Der AIV Düsseldorf wählte mit großer Mehrheit die Tonhalle zum Bauwerk des Jahres 2009.




Die ganzheitliche Sanierung schuf ein Konzerthaus von internationalem Rang

Das Bauwerk des Jahres 2009 ist die Düsseldorfer Tonhalle! Für diesen Vorschlag hat sich eine klare Mehrheit der Mitglieder des Architekten- und Ingenieurvereins Düsseldorf (AIV) entschieden.
Ausschlaggebend für die Wahl ist das hervorragende Ergebnis der ganzheitlichen Sanierung des Gebäudes, mit der es seinem Ruf als internationales Konzerthaus endlich gerecht werden konnte.

Im Jahr 2005 war das Kuppelgewölbe komplett umgestaltet worden, um die akustischen Mängel des Konzertsaals zu beheben. Dies ist – im Zusammenwirken von Architekten, Akustikberatern und Lichtdesignern – in bester Manier gelungen. 2008 schließlich wurden, als Abschluss der Sanierung, die technischen Anlagen erneuert, Asbestprobleme behoben und der Brandschutz an die heutigen Erfordernisse angepasst.

Unter dem Namen „Rheinhalle“ vor über 80 Jahren als Planetarium am Rheinufer errichtet, stellt das von Wilhelm Kreis entworfene Gebäude in seiner wechselvollen Geschichte ein bedeutendes Stück Düsseldorfer Bau- und Kulturgeschichte dar. Das im Krieg schwer beschädigte Bauwerk wurde, nach notdürftigen Reparaturen, bis in die 70-er Jahre als Mehrzweckhalle genutzt, bis es dann schließlich zur Düsseldorfer Tonhalle

umgebaut wurde. Den Anstoß zu dieser „Umwidmung“ ging von Düsseldorfs Ehrenbürger Helmut Hentrich aus – dem Gründer des renommierten Architekturbüros HPP, das auch bei der Sanierung in den Jahren 2005 und 2008 die Federführung innehatte.

Bis dahin waren die akustischen Eigenschaften der Tonhalle ein vielfach beklagtes Ärgernis. Künstler und Konzertbesucher ärgerten sich über den „Klopfgeist“ unter der Kuppel, die Physik verzerrte die Töne, unerwünschte und lästige Hall- und Echoeffekte verdarben den Hörgenuss. Erst der aufwändige Umbau der Kuppel – in der Konzertpause zwischen April und Oktober 2005 bewerkstelligt – machte die Tonhalle zu eine Konzertgebäude von Rang.

Architekten und Raumakustikexperten haben gemeinsam das Konzept dafür entwickelt. Die ursprüngliche Holzverkleidung der Kuppel-Innenseite musste weichen. Stattdessen wurde ein schalldurchlässiges Gewebe aus feinen Bronzestrukturen in das Gewölbe eingefügt. Mitternachtsblau lackierte Gipsplatten in präzise berechneter Anordnung füllen den „Zwischenraum“ – aus dieser Kombination entstand die neue Akustik der Tonhalle. Diese Lösung integriert zugleich eine neue Lichtarchitektur. Stufenlos lässt dich der Konzertsaal optisch vom klassischen Kuppelgewölbe zum glitzernden Sternenhimmel verwandeln; die ursprüngliche Nutzung als Planetarium findet sich hier wieder.

Tonhalle Düsseldorf – Die Sanierung 2005 / 2008

  • Bauherr: Landeshauptstadt Düsseldorf
  • Architekt: HPP Hentrich–Petschnigg & Partner, Düsseldorf
  • Akustikberatung: Ingenieurbüro Peutz, Nijmegen (Niederlande)
  • Lichtdesign: Kress und Adams, Köln
  • Haustechnik: ATT, München

Ein kurzes Video aus der WDR-Lokalzeit zur Preisverleihung können Sie bei uns anfordern. Die Nutzung und Weitergabe des Video ist auf private Zwecke beschränkt.

Die Nominierungen zum Bauwerk des Jahres 2009 sehen Sie hier >>>